Ich weiss nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

von René Pollesch

Uraufführung

Regie René Pollesch / Bühne Barbara Steiner / Kostüme Sabin Fleck
Mit Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke

Kathrin Angerer
Marie Rosa Tietjen
Martin Wuttke
 
Regie René Pollesch
Bühne Barbara Steiner
Kostüme Sabin Fleck
Dramaturgie Karolin Trachte
Licht Markus Keusch
Regieassistenz Marco Milling
Bühnenbildassistenz Natascha Leonie Simons
Kostümassistenz Liv Senn
Regiehospitanz Joel Franz und Marcel Prebeck
Inspizienz Ralf Fuhrmann
Soufflage Rita von Horváth
Vorstellungsdauer: 1 Stunde 30 Minuten, ohne Pause

Am Anfang wird in René Polleschs neuem Stück gar nicht so sehr der Ort vermisst, eher scheint mit der Zeit etwas nicht zu stimmen. „Warum sind wir bereits am Ende des Stückes? Ich bin doch gerade erst aufgetreten.“ Es scheint sich dabei, wird später gesagt, sogar um DAS Phänomen unserer Zeit zu handeln. „Wisst ihr, ich bin ganz schön fertig. Eine Sechsstundenfassung von Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘, wer kam eigentlich auf die Idee!!“ – „Wenn man es vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, war es schon sehr merkwürdig. Eigentlich gab es keinen Grund für uns anzunehmen, dass wir bereits am Ende des Stückes waren, denn niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass wir den grössten Teil davon schon gespielt hatten.“ – „Irgendetwas war passiert. Denn auch die Zuschauer gaben zunächst zu Protokoll, dass die Schauspieler aufgetreten waren und sofort das Ende gespielt hatten, und der Theaterabend nach etwa zehn Minuten vorbei war.“ War das Stück derartig kurzweilig gewesen? Zu unterhaltsam? „Allerdings konnten sich einige von ihnen eine Weile später doch an die fünf Stunden und 50 Minuten eines ‚Sommernachtstraumes‘ erinnern. Die Auskünfte gingen dabei sehr stark auseinander. Einige hatten eine Gruppe von Kindern durch die Wüste ziehen sehen und andere sprachen von einem Wald, in dem dann statt der Elfen et cetera. ein riesiger Affe aufgetreten war.“

Wenn man bei René Pollesch von einer starken, prägenden Regiehandschrift sprechen darf, ohne ihn davon abzuschneiden, was er tatsächlich tut, dann nur, wenn man versteht, dass seine Praxis als Autor (als jemand, der im Wesentlichen schreibend tätig ist, indem er Texte produziert und Inhalte ins Spiel bringt) auch auf die Autorenschaft der im Theater so vielseitig versammelten KünstlerInnen, allen voran der SchauspielerInnen, BühnenbildnerInnen und KostümbildnerInnen vertraut. Das autonome Zusammenarbeiten mehrerer, die Autonomie nicht hermetisch denken, ermöglicht es, dass sich Theater nicht dem Befehl der Alleinherrschaft der Regie über eine Produktion oder gar eines ganzen Betriebs unterwirft. Von dieser Praxis haben sich bislang sehr viele und auch viele junge KünstlerInnen beeindrucken lassen.


Fotos © Lenore Blievernicht

Pfauen

Mo, 17 Dez 20:0021:30 Karten Theatermontag Einführung um 19:15
Fr, 21 Dez 20:0021:30 Karten Freitag Abo 5A und Abo A Carte Blanche
So, 06 Jan 15:0016:30 Karten Sonntag Abo A
Fr, 11 Jan 20:0021:30 Karten Freitag Abo B Carte Blanche
So, 13 Jan 19:0020:30 Karten
Do, 17 Jan 20:0021:30 Karten anschl. Publikumsgespräch Donnerstag Abo 5A und Abo A
Do, 24 Jan 20:0021:30 Karten Einführung um 19:15
Do, 31 Jan 20:0021:30 Karten Donnerstag Abo B

Tatort, Hollywood, Pfauen: Der Schauspieler Martin Wuttke im Portrait (aus dem Schauspielhaus-Journal September 2018)

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