Die zweite Frau

von Nino Haratischwili

Schweizer Erstaufführung

Regie Maximilian Enderle / Grundraum Marie Hartung / Bühnenbild Natascha Leonie Simons
Mit Katrija Lehmann, Isabelle Menke, Susanne-Marie Wrage

Katrija Lehmann
Isabelle Menke
Susanne-Marie Wrage
 
Regie Maximilian Enderle
Grundraum Marie Hartung
Bühnenbild Natascha Leonie Simons

Zwischen Agnes und Laura herrscht Krieg – ein lebenslanger. So jedenfalls beschreibt Agnes die Beziehung zu ihrer Mutter Laura, deren Kälte und Unnahbarkeit sie mit Gewaltfantasien bekämpft. Laura hat sich seit vielen Jahren hinter einer Maske aus Kontrollzwang und Perfektionswahn versteckt, die nun plötzlich Risse bekommt, denn Laura ist unheilbar krank. Ihrer Familie, dem Mann und ihrer Tochter, verheimlicht sie die Krankheit. Aber sie muss sich der Tatsache stellen, dass sie bald sterben wird, also zieht sie Bilanz: In der Rolle der liebenden Ehefrau und fürsorglichen Mutter sind ihre eigenen Bedürfnisse auf der Strecke geblieben. Die Haushaltshilfe Lena soll ihren Platz einnehmen, sie ganz und gar, überall und jederzeit, ersetzen – die „zweite Frau“ werden. Und nicht nur das. Sie soll auch das Leben nachholen, das sie versäumt hat: die Rache an ihrem untreuen und narzisstischen Ehemann und die Erziehung der unglücklichen Tochter zu einem selbstbewussten Menschen. Lena hat jedoch ihre eigenen Probleme. Um die Existenz ihrer beiden Kinder zu sichern (die Väter haben sich längst aus dem Staub gemacht), ist sie aus Kasachstan nach Deutschland gekommen, während die Kinder bei der Grossmutter geblieben sind. An den Dingen, die in der Vergangenheit passiert sind, ist nichts mehr zu ändern, aber an der Zukunft schon. „Du wirst das Leben in die Knie zwingen“, sagt sie zu Agnes, „und schwach wirst du auch nicht sein. Ich bringe es dir bei!“
Nino Haratischwili hat mit „Die zweite Frau“ ein berührendes und vielschichtiges Psychogramm dreier starker Frauen geschrieben, die alle an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen, von dem es kein Zurück mehr gibt, und der Welt die Stirn bieten müssen.

Nino Haratischwili, geboren 1983 im georgischen Tiflis, ist preisgekrönte Theaterautorin und Regisseurin. Auch als Romanautorin hat sie sich einen Namen gemacht. Ihr dritter Roman, das Familienepos „Das achte Leben (Für Brilka)“, ist in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet worden. „Die zweite Frau“ wurde 2012 am Deutschen Nationaltheater Weimar uraufgeführt.

Maximilian Enderle studierte Dramaturgie. Er inszenierte gemeinsam mit Max Eisenacher das Musiktheaterprojekt „Turandot.Kommentar“ und betreute die „kleinstadtnovelle“ nach Ronald M. Schernikau (Regie Moritz Beichl), die zum Körber Studio Junge Regie 2017 eingeladen war. Seit 2017 arbeitet er als Regieassistent am Schauspielhaus Zürich.

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