Herr Puntila und sein Knecht Matti

Volksstück von Bertolt Brecht

Regie Sebastian Baumgarten / Bühne Thilo Reuther / Kostüme Christina Schmitt / Musik Alexander Tucker / Video Chris Kondek
Mit Robert Hunger-Bühler, Johann Jürgens, Carolin Conrad, Klaus Brömmelmeier, Jirka Zett, Susanne-Marie Wrage, Miriam Maertens, Dagna Litzenberger Vinet, Gottfried Breitfuss, Alexander Tucker

Puntila, Gutsbesitzer Robert Hunger-Bühler
Matti, sein Chauffeur Johann Jürgens
Eva Puntila, seine Tochter Carolin Conrad
Der Richter / Der Rothaarige Klaus Brömmelmeier
Der Attaché / Der Viehdoktor / Der rote Surkkala Jirka Zett
Die Schmugglermama / Die Pröpstin Susanne-Marie Wrage
Das Apothekenfräulein / Der Kümmerliche Miriam Maertens
Die Telefonistin Dagna Litzenberger Vinet
Laina / Ein dicker Mann Gottfried Breitfuss
Live-Musik Alexander Tucker
 
Regie Sebastian Baumgarten
Bühne Thilo Reuther
Kostüme Christina Schmitt
Musik Alexander Tucker
Video Chris Kondek
Videomitarbeit Tabea Rothfuchs
Licht Frank Bittermann
Dramaturgie Gwendolyne Melchinger
Regieassistenz Clara Isabelle Dobbertin
Bühnenbildassistenz Marie Hartung
Kostümassistenz Tiziana Angela Ramsauer
Regiehospitanz Sophie Angern
Bühnenbildhospitanz Heinrich Thommen
Kostümhospitanz Paula Herrmann
Souffleuse Yvette Simone Pfeil
Inspizienz Ralf Fuhrmann
Theaterpädagogik Anne Britting

„In Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ geht es um das beginnende Krepieren männlicher Omnipotenz. Wir beobachten in einer der beiden Titelfiguren die Diskrepanz zwischen dem eigenen Funktionieren und dem menschlichen Handeln unter heroischen Machtverhältnissen, die nur noch über die Drogeneinnahme reguliert werden kann. Das mag humorlos und sehr ernsthaft klingen, aber Bert Brecht hat diesen Klassenkampf auf dem Land mit Lust und Witz betrachtet und uns eine grossartige Komödie hinterlassen.“ Sebastian Baumgarten

Mit dem finnischen Gutsbesitzer Puntila entwarf Bertolt Brecht das Porträt eines Kapitalisten mit zwei Gesichtern: Während seine Menschlichkeit mit dem Grad seiner Betrunkenheit wächst, ist er nüchtern ein Ausbeuter, der seine Untergebenen auf oft brutale und hinterhältige Weise schikaniert. In betrunkenem Zustand jedoch zieht er seinen Chauffeur Matti ins Vertrauen darüber, dass er es bereut, die bevorstehende Hochzeit seiner Tochter Eva mit dem langweiligen Attaché arrangiert zu haben – und in seinem Rausch hält Puntila ausgerechnet Matti für den idealen Bräutigam seiner Tochter. Der standesbewusste Matti sieht jedoch in der Klassenzugehörigkeit Evas ein unüberwindbares Hindernis und lässt sie zu einem „Examen“ antreten – doch Eva besteht die Prüfung zur einfachen Frau aus dem Volk nicht. Matti verlässt schliesslich Puntilas Hof mit den Worten: „Der Schlimmste bist du nicht, den ich getroffen / Denn du bist fast ein Mensch, wenn du besoffen.“

Brechts Volksstück entstand 1940 im Exil nach einer Vorlage der finnischen Autorin Hella Wuolijoki und wurde im Juni 1948 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. In der „Ausformung des Klassenantagonismus zwischen Puntila und Matti“, so Brecht in seinen Notizen, „macht es die Verlogenheit und Gefährlichkeit der bestehenden Herrschaftsverhältnisse deutlich.“ Denn in der kapitalistischen Gesellschaft sei der Mensch gezwungen, in einer Bewusstseinsspaltung zu leben und seine gute Natur zu verleugnen. Puntila ist für ihn eine Ausgeburt des Kapitalismus: „auszulachen im Suff, verabscheuungswürdig in der Nüchternheit.“

Sebastian Baumgarten studierte Opernregie in Berlin und ist seit seiner Zeit als Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef als Grenzgänger zwischen Schauspiel- und Opernhäusern unterwegs. Am Opernhaus Zürich waren „Don Giovanni“ und „Hamletmaschine“ zu sehen, am Schauspielhaus inszenierte er „Die Affäre Rue de Lourcine“ von Eugène Labiche, Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2013) sowie zuletzt „Schuld und Sühne“ nach dem Roman von Fjodor Dostojewski.

Pfauen

Sa, 06 Mai 20:00 Karten Premiere Premieren-Abo; anschl. öffentliche Premierenfeier mit DJ Miky Merz (rundfunk.fm)
Mo, 08 Mai 20:00 Karten
Fr, 12 Mai 20:00 Karten Freitag Abo 5B & Abo B; Einführung um 19:15
Mi, 17 Mai 20:00 Karten Mittwoch Abo 5B & Abo B; Einführung um 19:15
Sa, 20 Mai 20:00 Karten
Mi, 24 Mai 20:00 Karten Mittwoch Abo A
So, 28 Mai 19:00 Karten
Mo, 05 Jun 19:00 Karten
Fr, 09 Jun 20:00 Migros-Abo ; Carte Blanche; Einführung um 19:15
So, 11 Jun 15:00 Nur noch wenige Vorstellungen
Sonntag Abo B
Do, 15 Jun 20:00 Nur noch wenige Vorstellungen
Donnerstag Abo 5B & Abo B; Einführung um 19:15
So, 18 Jun 15:00 Nur noch wenige Vorstellungen
Sonntag Abo A
Di, 20 Jun 20:00 Nur noch wenige Vorstellungen
Dienstag Abo 5B & Abo B; Einführung um 19:15
Di, 27 Jun 20:00 Nur noch wenige Vorstellungen
Dienstag Abo A
Fr, 30 Jun 20:00 Zum vorerst letzten Mal
Freitag Abo A

Theater im Gespräch zu „Grimmige Märchen“ und „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ am 24. Mai

Der Schriftsteller, Theaterautor und Brechtforscher Werner Wüthrich schreibt einen Brief an Bertolt Brecht (aus dem Schauspielhaus-Journal April 2017)

Unterstützt von der Hans Imholz Stiftung