Das grosse Herz des Wolodja Friedmann

von Gerhard Meister

Nach Motiven des Romans „Die Brille des Nissim Nachtgeist“ von Lotte Schwarz
Uraufführung

Regie Sonja Streifinger / Bühne Selina Puorger / Kostüme Tiziana Angela Ramsauer / Musik Jojo Büld
Mit Friederike Wagner, Gottfried Breitfuss, Ludwig Boettger, Claudius Körber, Sarah Gailer, Fritz Fenne

Paula Friedmann Friederike Wagner
Wolodja Friedmann Gottfried Breitfuss
Herr Schatz Ludwig Boettger
David Apfelbaum Claudius Körber
Gabriella Seidenfeld Sarah Gailer
Fritz Brupbacher / Polizist Fritz Fenne
 
Regie Sonja Streifinger
Bühne Selina Puorger
Kostüme Tiziana Angela Ramsauer
Musik Jojo Büld
Licht Daniel Leuenberger
Dramaturgie Benjamin Große
Regieassistenz Katharina Stark
Regiehospitanz Hanneke Alefsen
Video Marie Hartung, Selina Puorger, Katharina Stark
Sound Claudius Körber, Katharina Stark

Schauplatz des neuen Stücks von Gerhard Meister ist der Exilort Zürich in den 1930er und 1940er Jahren. Im Zentrum steht das Ehepaar Friedmann, die Besitzer der historisch verbürgten Zürcher Pension Comi. Sie geben unterschiedlichen Charakteren, vom jüdischen Musiker bis hin zur gescheiterten Revolutionärin, alle Verfolgte des Nationalsozialismus, Unterschlupf. Als der Strom der Geflüchteten nicht abreisst, stehen sie vor einer entscheidenden Herausforderung: Wen können sie noch aufnehmen, ohne selbst am Ende in Schwierigkeiten zu geraten?

Die junge Regisseurin Sonja Streifinger behandelt in ihrer Arbeit den historisch-politischen Umgang der Schweiz mit Geflüchteten. Die kleinen Geschichten der Menschen unterschiedlicher Herkunft, die auf kleinstem Raum zusammenleben, lassen den historischen Kontext in einem anderen Licht erscheinen und werfen Fragen nach dem Zusammenleben in der Fremde auf.

„Um nun im Zürcher Schauspielhaus zum Setting der Inszenierung von Sonja Streifinger zu gelangen, muss man mehrere Stockwerke tief in den Keller steigen, in die „Kammer“. Eng sitzt man im kleinen Theaterraum, fast in Atemdistanz zu den Schicksalen, die über 80 Minuten ausgebreitet werden. Bühnenbildnerin Selina Puorger hat mit Tüchern kleine Kammern unterteilt, die Pension im Stil einer Notfallstation abstrahiert. Intimität gibt es für niemanden. Der Schutzraum ist fragil. Wütend marschiert der Polizist einmal durch eine Papiertür.“ Nachtkritik.de

„Friederike Wagner als Paula Friedmann, die Gastgeberin in der Pension und Ehefrau des resignierten Revolutionärs Wolodja, blickt dabei auf ihr Leben zurück und führt, mit obligatem Erinnerungsalbum in der Hand, durch die irgendwann einsetzenden und mit dem Tod Wolodjas endenden Szenen. Wagner füllt dies als souveräne Erzählerin, ihr nimmt man die Revolutionärin allerdings weniger ab als Gottfried Breitfuss, auch er natürlich ein begnadeter Erzähler. Die junge Regisseurin Sonja Streifinger hat also eine starke Besetzung zur Verfügung (Ludwig Boettger, Claudius Körber und Sarah Geiler sind die erwähnten Flüchtlinge).“ NZZ

„Die junge Regisseurin Sonja Streifinger zeigt das  Leben im Exil – am Modell Schweiz – nüchtern und pathosfrei als schleichenden Entmündigungsprozess.“ Deutschlandfunk Kultur

Pfauen/Kammer

Mo, 14 Mai 19:3020:50 Karten Nur noch wenige Vorstellungen
Mi, 16 Mai 19:3020:50 Karten Zum vorerst letzten Mal Demokratischer Frühling

Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung!

Regisseurin Sonja Streifinger und Dramaturg Benjamin Große im Gespräch mit der Historikerin Christiane Uhlig (aus dem Schauspielhaus-Journal März 2018)

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